Gatz, Erwin: Akten der Fuldaer Bischofskonferenz, Bd. II
Kommission für Zeitgeschichte, Forschungsstelle Bonn

Kommission für Zeitgeschichte

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Gatz, Erwin: Akten der Fuldaer Bischofskonferenz,
Bd. II: 1888–1899, Mainz 1979

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe A: Quellen, Bd. 27)

Erwin Gatz: Akten der Fuldaer Bischofskonferenz, Bd. II: 1888–1899.

Erwin Gatz: Akten der Fuldaer Bischofskonferenz, Bd. II: 1888–1899.

Während der erste Band dieser Edition (1871–1887) fast ausschließlich von der Thematik des preußisch-deutschen Kulturkampfes beherrscht ist, der die Kraft des damaligen Episkopates ganz absorbierte, bietet der zweite Band die Konferenzakten der Nachkulturkampfzeit bis zum Jahrhundertende (1888–1899). Dabei sind neben den amtlichen Dokumenten wieder zahlreiche das Konferenzgeschehen begleitende Schreiben aufgenommen worden, die die Hintergrundsituation erhellen. Unter dem Vorsitz des Kölner Erzbischofs Krementz konsolidierte das bischöfliche Gesprächsforum sich nun endgültig, doch gelang es trotz wiederholter Bemühungen nicht, durch die Einbeziehung der süddeutschen Bischöfe wieder zur gesamtdeutschen Konferenz zurückzufinden. Trotz der förmlichen Beilegung des Kulturkampfes (1887) bestimmte nämlich die Auseinandersetzung um den weiteren Abbau seiner Gesetze die Thematik der Verhandlungen auch jetzt noch. Das gilt insbesondere für die Auseinandersetzungen um die Volksschule und den kirchlichen Charakter des schulischen Religionsunterrichtes, die die Konferenzen wie ein roter Faden durchziehen. Aber auch davon abgesehen, war der Traktandenkatalog vornehmlich durch preußische Angelegenheiten besetzt. Daneben spielten auch gesamtdeutsche Vorgänge eine Rolle, so das Bemühen in der Sozialen Frage, um die neu aufbrechende Missionsbewegung und schließlich um das Eherecht des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Auch dieser Band bleibt nicht bei den Sachfragen stehen, sondern versucht erstmals eine Gesamtwürdigung des an den Konferenzen beteiligten Episkopates. Dabei wird deutlich, daß sich die während der Beilegung des Kulturkampfes herausgebildeten Gruppen bzw. Tendenzen durchgehalten haben. Neben dem eigentlichen Konferenzvorsitzenden wuchs der einflußreiche Breslauer Fürstbischof Kopp infolge seiner engen Kontakte zum Heiligen Stuhl und zugleich zur Reichsleitung immer mehr in die eigentliche kirchenpolitische Schlüsselposition hinein. Die Übernahme des Konferenzvorsitzes durch ihn im Jahre 1899 war daher eine selbstverständliche Konsequenz.

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