Burtscheidt, Andreas: Edmund Freiherr Raitz von Frentz
Kommission für Zeitgeschichte, Forschungsstelle Bonn

Kommission für Zeitgeschichte

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Burtscheidt, Andreas: Edmund Freiherr Raitz von Frentz.
Rom-Korrespondent der deutschsprachigen katholischen Presse 1924–1964,
Paderborn [u. a.] 2008

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 112)

Andreas Burtscheidt: Edmund Freiherr Raitz von Frentz. Rom-Korrespondent der deutschsprachigen katholischen Presse 1924–1964.

Andreas Burtscheidt: Edmund Freiherr Raitz von Frentz. Rom-Korrespondent der deutschsprachigen katholischen Presse 1924–1964.

Raitz von Frentz wurde 1924 römischer Auslandskorrespondent eines neu geschaffenen Zeitungsringes der wichtigsten deutschsprachigen katholischen Presseorgane. In Rom hatte er bis zum endgültigen Untergang dieser Blätter während des Dritten Reiches eine Monopolstellung für die Italien- und Vatikanberichterstattung im katholischen Deutschland und dem angrenzenden deutschen Sprachraum.

Edmund Freiherr Raitz von Frentz wirkte als Journalist zwischen 1924 und 1964 an einer Nahtstelle zwischen Deutschland, Italien und dem Vatikan während der politisch bewegtesten Epoche des 20. Jahrhunderts. Dabei beobachtete er u. a. für die größeren Tageszeitungen der Zentrumspresse in seiner effektivsten Arbeitsperiode zwischen 1924 und 1933 das italienische System Mussolinis und nahm ab 1930 den Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung in seinem Heimatland wahr. Deren Machtetablierung schränkte Raitz von Frentz’ Wirkungskreis allmählich bis an die Grenze der eigenen Existenzfähigkeit ein.

Nach dem endgültigen Untergang seiner zuletzt noch existierenden Blätter bis 1941 stand seine berufliche Zukunft vor dem Aus, doch als Päpstlicher Geheimkämmerer gab ihm die Nähe zur römischen Kurie die Möglichkeit, in Rom zu bleiben und die für ihn gefahrvollen Monate der deutschen Besetzung zwischen 1943 und 1944 in der Sicherheit des Campo Santo Teutonico zu überstehen.

Obwohl er nach 1949 unermüdlich versuchte, sich in das neu entstehende Pressespektrum der Bundesrepublik einzubringen, scheiterten diese Bemühungen an den veränderten Arbeitsbedingungen und publizistischen Erfordernissen der Nachkriegszeit. Nach seinem Tod 1964 geriet der Journalist schließlich in Vergessenheit.

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