Habersack, Michael: Friedrich Dessauer (1881–1963)
Kommission für Zeitgeschichte, Forschungsstelle Bonn

Kommission für Zeitgeschichte

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Habersack, Michael: Friedrich Dessauer (1881–1963).
Eine politische Biographie des Frankfurter Biophysikers und Reichstagsabgeordneten,
Paderborn [u. a.] 2011

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 119)

Michael Habersack: Friedrich Dessauer (1881–1963). Eine politische Biographie des Frankfurter Biophysikers und Reichstagsabgeordneten.

Michael Habersack: Friedrich Dessauer (1881–1963). Eine politische Biographie des Frankfurter Biophysikers und Reichstagsabgeordneten.

Der Frankfurter Biophysiker Friedrich Dessauer (1881–1963) war »eine der faszinierendsten Gestalten des damaligen deutschen Katholizismus«. Als Röntgenpionier ist er weithin bekannt. Als einer der führenden Politiker und Abgeordneten des Zentrums und vor allem sozialpolitisch engagierter Reichstags- und Kommunalpolitiker ist er hingegen bislang kaum beachtet worden.

Auf breiter Grundlage von Archivquellen untersucht die Studie den politischen Werdegang Dessauers in der Weimarer Republik. Als politischer Kopf des Frankfurter Katholizismus führte er seine Partei 1919 in eine Allianz mit SPD und DDP und legte damit den Grundstein für eine wegweisende kommunale Stadtentwicklung der Mainmetropole. Die von Dessauer sanierte und herausgegebene »Rhein-Mainische Volkszeitung« wurde zum weit über die Stadtgrenzen ausstrahlenden Sprachrohr einer neuen Zentrumspolitik, die altes katholisches Inferioritätsdenken hinter sich ließ und den Platz der Katholiken innerhalb der demokratischen Gesellschaft sah. Mit dem einflussreichen Herausgeber der katholischen Kulturzeitschrift »Hochland«, Carl Muth, verband Dessauer eine lebenslange Freundschaft. Zur Zielscheibe rechtskatholischer und völkischer Kreise wurde Dessauer 1926 wegen seiner sozialpolitischen Haltung in der Frage der Fürstenabfindung. Der 1933 rein politisch motivierte »Kleine Volksvereinsprozess« verfolgte ihn noch im Istanbuler Exil.

Die vorliegende politische Biographie würdigt erstmals umfassend Dessauers Lebensleistung als brillianter Naturwissenschaftler, tatkräftiger Unternehmer und engagierter Verfechter der Demokratie. Dabei erweist es sich, dass die Persönlichkeit des von den Nationalsozialisten verfolgten und verfemten Intellektuellen als »homo catholicus im besten und weitesten Sinne« ihr festes religiöses Fundament im christlichen Glauben besaß. Als historischer Längsschnitt durch das »Zeitalter der Katastrophen« eröffnet Dessauers Lebensweg aufschlussreiche Einblicke in die Geschichte Frankfurts und des politischen Katholizismus zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik Deutschland.

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