Schneider, Bernhard: Katholiken auf die Barrikaden?
Kommission für Zeitgeschichte, Forschungsstelle Bonn

Kommission für Zeitgeschichte

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Schneider, Bernhard: Katholiken auf die Barrikaden?
Europäische Revolutionen und deutsche katholische Presse 1815–1848,
Paderborn [u. a.] 1999

(Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 84)

Bernhard Schneider: Katholiken auf die Barrikaden? Europäische Revolutionen und deutsche katholische Presse 1815–1848.

Bernhard Schneider: Katholiken auf die Barrikaden? Europäische Revolutionen und deutsche katholische Presse 1815–1848.

Zwischen 1815 und 1848 fand in Europa eine intensive öffentliche Auseinandersetzung mit dem Problem der Revolution statt. Die Revolutionen der Jahre 1789 und 1830 wurden damals vielfach als religiöse Phänomene erlebt, die nach einer theologischen Deutung verlangten. Mangels eigener revolutionärer Erfahrungen verfolgten die deutschen Katholiken besonders aufmerksam den französischen und den belgischen Weg, zogen daraus Schlüsse für ihre eigene Situation und entwickelten so auch ein neues Gefühl der Zusammengehörigkeit über traditionelle soziale und räumliche Grenzen hinweg. Dadurch verfügten die deutschen Katholiken 1848 über Leitbilder, politische Strategien und Optionen, die es ihnen gestatteten, sich geschickt und sehr erfolgreich an der deutschen Revolution zu beteiligen.

Im beginnenden Zeitalter der Massenkommunikation bot die zeitgenössische katholische Presse in Deutschland erstmals ein zentrales Forum für eine konfliktträchtige Debatte. Der Autor beschreibt die Entstehungsgeschichte dieser neuen Öffentlichkeit seit 1820 und bietet in einem originellen methodischen Zugriff eine genaue Analyse der Presse, ihrer Programmatik und Verbreitung. Die Untersuchung leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zu einer Presse- und Kommunikationsgeschichte.

In dieser Revolutionsdebatte verbreiteten Katholiken ganz unterschiedlicher politischer und kirchenpolitischer Ausrichtung ihre theologischen und gesellschaftspolitischen Ideale und polemisierten gegen konkurrierende Modelle. Der Autor beachtet dabei besonders, welche ausländischen Quellen die deutsche Wahrnehmung prägten. Vor allem in ultramontanen Kreisen vollzog sich damals ein lebhafter Austausch und verdichtete sich die internationale Kommunikation. Gleichzeitig entwickelten sich nach 1830 auch Ansätze zu einem liberalen Katholizismus nach belgischem Vorbild.

Die zunächst innerkatholisch geführte Debatte um die Revolution stand zeitweilig aber auch im Zentrum heftiger konfessioneller Kontroversen, die ebenfalls anschaulich dargestellt werden.

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